Kanzlei für Digital-
und Wirtschaftsrecht

Geld zurück nach Anlagebetrug?

adlerundsohn.com: Warnung vor Fake-Kanzlei auf Sylt – angebliche Insolvenzverwalter und verdächtige Verkaufsangebote

Veröffentlicht am 06.11.2026 –

Ein Insolvenzverwalter soll Vermögenswerte sichern, Gläubiger schützen und Unternehmen geordnet abwickeln. Doch was passiert, wenn unbekannte Personen lediglich behaupten, diese Funktion auszuüben? Genau diese Frage stellt sich bei adlerundsohn.com.

Die österreichische Verbraucherschutzplattform Watchlist Internet führt adlerundsohn.com seit dem 23. Juli 2026 auf ihrer öffentlichen Warnliste für betrügerische Anwaltswebsites.

Ich, Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht, empfehle deshalb, weder Zahlungen noch vertrauliche Unterlagen an die angebliche Kanzlei zu übermitteln, bevor deren Identität unabhängig überprüft wurde.

Ein bemerkenswerter Widerspruch auf der Kanzleiwebsite

Bei meinem direkten Aufruf von adlerundsohn.com über HTTPS und HTTP erhielt ich jeweils einen Serverfehler. Die aktuelle Website war somit nicht unmittelbar abrufbar.

Allerdings sind mehrere Unterseiten über Suchmaschinen dokumentiert.

Dort präsentiert sich die angebliche „Rechtsanwaltskanzlei Adler und Sohn“ als traditionsreiche Insolvenzrechtskanzlei auf Sylt.

Besonders auffällig: Die Kanzleigeschichte berichtet, dass im Jahr 2020 ein Marcus Hartmann als Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht eingetreten sei.

Auf der Teamseite erscheint dagegen Marcus Adler, angeblich ebenfalls seit 2020 Partner der Kanzlei.

Warum die Angaben voneinander abweichen, bleibt ungeklärt. Für mich ist das ein Anlass, die behauptete Kanzleiorganisation besonders kritisch zu überprüfen.

Welche Personen werden auf adlerundsohn.com genannt?

Als Gründer präsentiert die Website Dr. Friedrich Adler.

Er soll die Kanzlei 1998 in Westerland gegründet haben und seit 2003 regelmäßig von den Amtsgerichten Niebüll und Flensburg zum Insolvenzverwalter bestellt werden.

Dr. Katharina Weber wird als Partnerin für Unternehmenssanierung und Restrukturierung vorgestellt.

Marcus Adler soll sich auf Gläubigervertretung und die Verwertung von Sicherheiten konzentrieren.

Die Website behauptet außerdem, drei Fachanwälte zu beschäftigen und mehr als 380 Verfahren geführt zu haben.

Für diese konkreten Personen, die behaupteten Fachanwaltstitel und die gemeinsame Kanzleitätigkeit konnte ich keine ausreichende unabhängige Bestätigung finden.

Ich empfehle, jeden Namen im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis zu überprüfen.

Strandstraße oder Friedrichstraße? Auch die Anschrift wirft Fragen auf

Die Kontaktangaben auf adlerundsohn.com nennen die Strandstraße 14, 25980 Westerland/Sylt.

Als Telefonnummer erscheint 04651 8544007.

Die Website verweist außerdem auf die E-Mail-Adresse info@adlerundsohn.de – obwohl der Internetauftritt unter adlerundsohn.com erreichbar sein soll.

In der veröffentlichten Kanzleigeschichte wird wiederum behauptet, die Kanzlei habe 2024 Räume in der Friedrichstraße bezogen.

Die gleichzeitig verwendete Anschrift in der Strandstraße bleibt erklärungsbedürftig.

Unterschiedliche Adressen oder Domains beweisen allein keinen Betrug. In Verbindung mit der Watchlist-Warnung rechtfertigen sie jedoch besondere Vorsicht.

Identitätsmissbrauch: Echte Anwälte namens Adler schützen

Der Nachname Adler kommt selbstverständlich auch bei tatsächlich zugelassenen Rechtsanwälten vor.

Deshalb darf aus der Warnung vor adlerundsohn.com keinesfalls geschlossen werden, dass andere Kanzleien oder Berufsträger namens Adler verdächtig seien.

Für die auf der Website genannten Dr. Friedrich Adler, Dr. Katharina Weber und Marcus Adler konnte ich die behauptete gemeinsame Tätigkeit nicht unabhängig verifizieren.

Auch eine konkrete Identitätsübernahme gegenüber einem bestimmten echten Rechtsanwalt ist bislang nicht belegt.

Mein Hinweis: Eine Fake-Kanzlei kann erfundene Personen verwenden oder die Identität echter Berufsträger missbrauchen. Beide Möglichkeiten müssen sorgfältig unterschieden werden.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.

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Besonders auffällig: Eine eigene E-Mail-Adresse für Insolvenzverkäufe

Ein Detail verdient besondere Aufmerksamkeit.

Im Kontaktbereich von adlerundsohn.com wird ausdrücklich eine Adresse für „Verkauf & Verwertung“ angegeben.

Sie lautet ebenfalls info@adlerundsohn.de.

Damit stellt die Website einen unmittelbaren Bezug zwischen der angeblichen Kanzlei und der Verwertung von Insolvenzvermögen her.

Ob über diese Adresse tatsächlich betrügerische Warenangebote verschickt wurden, konnte ich nicht feststellen.

Dennoch rate ich dringend, entsprechende Nachrichten nicht ungeprüft als Angebote eines gerichtlich bestellten Insolvenzverwalters anzusehen.

Fake-Insolvenzverwalter verkaufen angebliche Insolvenzbestände

Bei betrügerischen Insolvenzverwertungen erhalten Interessenten häufig professionelle Warenlisten.

Angeboten werden beispielsweise Baumaschinen, Fahrzeuge, Solaranlagen, Werkzeuge oder hochwertige Elektronik.

Die Absender behaupten, ein insolventes Unternehmen müsse seine Bestände kurzfristig veräußern.

Zur Glaubhaftmachung dienen vermeintliche Gerichtsbeschlüsse, Aktenzeichen und Kanzleibriefköpfe.

Ich empfehle, zunächst den Namen des Insolvenzschuldners und das zuständige Insolvenzgericht zu ermitteln.

Erst danach sollte über amtliche Insolvenzbekanntmachungen geprüft werden, wer tatsächlich als Verwalter bestellt wurde.

Gold aus Insolvenzmasse: Vorsicht vor außergewöhnlichen Preisen

Eine besonders gefährliche Variante betrifft Goldbarren, Krügerrand-Münzen und Luxusuhren.

Die angebliche Insolvenzverwertung soll erklären, weshalb hochwertige Gegenstände ungewöhnlich günstig angeboten werden.

Wer mehrere Tausend Euro im Voraus überweist, riskiert einen vollständigen Verlust.

Ein konkretes Goldangebot über adlerundsohn.com konnte ich nicht nachweisen.

Ich rate trotzdem, bei entsprechenden Angeboten weder einer Rechnung noch einem angeblichen Treuhandkonto allein aufgrund eines professionellen Kanzleiauftritts zu vertrauen.

Fake-Rechtsberatung kann auch Unternehmensdaten gefährden

adlerundsohn.com wirbt außerdem mit Eigenverwaltung, Schutzschirmverfahren, StaRUG-Restrukturierung und Gläubigervertretung.

Gerade Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten übermitteln bei solchen Beratungen sensible Unterlagen.

Dazu gehören Liquiditätspläne, Gläubigerlisten, Kontoauszüge und Informationen über bestehende Sicherheiten.

Ich empfehle, diese Dokumente keinesfalls an adlerundsohn.com zu senden, solange die tatsächliche Kanzleiidentität ungeklärt ist.

Auch fingierte Erbschaften, falsche Abmahnungen und angebliche Rückholangebote nach Anlagebetrug gehören allgemein zum Spektrum gefälschter Anwaltswebsites.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Wer bereits Kontakt mit adlerundsohn.com hatte, sollte sämtliche Nachrichten, Rechnungen, Warenkataloge und Kontodaten sichern.

Unterbrechen Sie weitere Zahlungen und prüfen Sie die behaupteten Rechtsanwälte über unabhängige Quellen.

Haben Sie bereits überwiesen, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Bank und beantragen Sie einen Überweisungsrückruf.

Bei Betrugsverdacht empfehle ich außerdem eine Strafanzeige und die anwaltliche Prüfung möglicher Rückforderungsansprüche.

adlerundsohn.com: Kostenfreie Ersteinschätzung

Ich, Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht, unterstütze Betroffene bei verdächtigen Kanzleikontakten, möglichen Identitätsfälschungen und betrügerischen Insolvenzverkäufen.

Über anlagebetrug.de können Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.

Entscheidend bleibt: Die öffentliche Warnung betrifft adlerundsohn.com. Sie darf nicht auf tatsächlich zugelassene Rechtsanwälte oder andere Unternehmen mit dem Namen Adler übertragen werden. Ob zusätzlich ein konkreter Identitätsmissbrauch vorliegt, muss unabhängig aufgeklärt werden.