containertradingch.com: Betrugsverdacht beim Containerkauf – Cybercrime Police Zürich warnt vor der Website
Ein neuer Seecontainer für 730 Schweizer Franken, ein gebrauchter für 450 Franken. Dazu Expresslieferung innerhalb der Schweiz und ein professionell gestalteter Onlineshop. Auf containertradingch.com erscheinen Angebote, die für private Käufer und Gewerbetreibende gleichermaßen interessant wirken.
Doch die Domain steht nach der vorliegenden Warninformation auf der öffentlichen Warnliste der Cybercrime Police Zürich. Wer bereits bezahlt hat und auf seinen Container wartet, sollte jetzt handeln.
Als Rechtsanwalt Martin Wehrmann empfehle ich, insbesondere die Identität des Zahlungsempfängers und die tatsächliche Lieferfähigkeit zu untersuchen.
Container Trading: Was der direkte Website-Aufruf zeigt
Die Website containertradingch.com war bei meiner Recherche am 28. Oktober 2026 erreichbar. Anders als der Domainname möglicherweise vermuten lässt, geht es nicht um Finanzhandel, sondern um den Verkauf von Seecontainern, Bürocontainern, Kühlcontainern und Wohnmodulen.
Der Shop bewirbt unter anderem einen neuen 10-Fuss-High-Cube-Container für 730 CHF, einen gebrauchten 10-Fuss-Container für 450 CHF und ein Büro-Modul mit Badezimmer für 1.550 CHF.
Die Preise werden einschließlich Mehrwertsteuer angezeigt. Ob die angebotenen Container tatsächlich verfügbar sind, lässt sich daraus nicht ableiten.
Ich rate Interessenten, vor einer Bestellung konkrete Standortnachweise, aktuelle Produktfotos und verbindliche Lieferbedingungen anzufordern.
Eine Schweizer GmbH im Impressum – aber wer betreibt den Shop?
Im Impressum nennt containertradingch.com die A-Z Logistik GmbH, Dorfstrasse 30, 5624 Bünzen, Schweiz.
Angegeben werden außerdem die Unternehmensidentifikationsnummer CHE-198.957.057 und die Telefonnummer +41 77 287 82 89.
Diese Angaben verdienen eine sorgfältige Überprüfung.
Eine tatsächlich existierende Gesellschaft muss nicht zwangsläufig Betreiberin einer Website sein, die ihren Namen verwendet. Gerade bei Identitätsmissbrauch können echte Firmendaten für fremde Verkaufsangebote eingesetzt werden.
Ich empfehle, die Gesellschaft über unabhängig recherchierte Kontaktdaten zu kontaktieren und ausdrücklich nachzufragen, ob sie den Shop autorisiert betreibt.
Warum der Kaufpreis allein nicht entscheidend ist
Besonders interessant ist die Kombination aus günstigen Angeboten und dem Versprechen schneller landesweiter Lieferung.
Ein Seecontainer ist keine gewöhnliche Paketware. Transport, Entladung, Zufahrtsmöglichkeiten und gegebenenfalls Kraneinsatz verursachen zusätzliche Kosten.
Deshalb rate ich, vor einer Überweisung ein vollständiges Angebot anzufordern: einschließlich Transportstrecke, Entladetechnik, Liefertermin und etwaiger Zusatzkosten.
Fehlen diese Angaben, kann später Streit darüber entstehen, welche Leistungen überhaupt vereinbart wurden.
Kostenfreie Ersteinschätzung
Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.
- 1Sie schildern uns Ihren Fall
- 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
- 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
- 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.
Was Sie jetzt sofort tun sollten
Wer über containertradingch.com bestellt oder bereits bezahlt hat, sollte folgende Schritte einleiten:
- Keine weiteren Vorauszahlungen oder nachträglich verlangten Transportgebühren leisten.
- Bestellbestätigung und Rechnung sichern, einschließlich Artikelnummer und Lieferanschrift.
- Bank unverzüglich kontaktieren und einen möglichen Überweisungsrückruf prüfen lassen.
- Zahlungsempfänger kontrollieren: Stimmen Kontoinhaber und angeblicher Verkäufer überein?
- Produktseiten dokumentieren, bevor Preise oder Beschreibungen verändert werden.
- Liefernachweise verlangen, insbesondere Speditionsdaten und nachvollziehbare Frachtunterlagen.
- Kommunikation archivieren, einschließlich Telefonnummern, E-Mails und Zahlungsaufforderungen.
Wer Kreditkartendaten eingegeben hat, sollte zusätzlich seine Kartenumsätze überwachen und gegebenenfalls eine Sperrung veranlassen.
containertradingch.com verlangt Vorkasse – was bedeutet das rechtlich?
Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nennen Banküberweisung, Kreditkarte und Vorauszahlung per Proforma-Rechnung. Ausgeliefert werden soll erst nach vollständiger Bezahlung.
Zugleich behauptet der Anbieter, seit über 15 Jahren tätig zu sein und mehr als 1.250 Container geliefert zu haben. Diese Zahlen sind nicht unabhängig bestätigt.
Ich empfehle, bei ausbleibender Lieferung zunächst schriftlich eine angemessene Nachfrist zu setzen. Bleibt diese erfolglos, kann je nach anwendbarem Recht ein Rücktritt und die Rückforderung des Kaufpreises in Betracht kommen.
Container Trading: Geld zurück nach ausbleibender Lieferung?
Bei einem nachgewiesenen Betrug können unter deutschem Recht Schadensersatzansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB relevant werden.
Allerdings verweist der Shop auf Schweizer Recht und einen Gerichtsstand in Bünzen. Ob diese Klauseln wirksam sind und welches Recht tatsächlich gilt, muss insbesondere bei grenzüberschreitenden Verbraucherverträgen geprüft werden.
Ich rate außerdem, eine Strafanzeige zu erwägen. Zahlen Sie keinesfalls an angebliche Rückholunternehmen, die eine Erstattung gegen zusätzliche Gebühren versprechen.
Rechtliche Unterstützung bei containertradingch.com
Als Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht prüfe ich bei Verdacht auf Onlinebetrug die tatsächlichen Vertragspartner, Zahlungswege und möglichen Rückforderungsansprüche.
Über anlagebetrug.de können Betroffene eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.
Senden Sie möglichst Bestellunterlagen, Rechnungen, Zahlungsnachweise und bisherige Korrespondenz mit. Auf dieser Grundlage lassen sich mögliche außergerichtliche und gerichtliche Schritte beurteilen.
Mein wichtigster Rat: Warten Sie bei einem konkreten Betrugsverdacht nicht wochenlang auf neue Lieferzusagen. Je früher Zahlungswege geprüft werden, desto eher können noch verfügbare Sicherungsmöglichkeiten genutzt werden.