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Geld zurück nach Anlagebetrug?

hamburg-treuhand.com: Fake-Insolvenzverwalter missbrauchen den Namen einer echten Hamburger Gesellschaft

Veröffentlicht am 06.11.2026 –

Ein angeblicher Insolvenzverwalter bietet Baumaschinen aus einer Firmenpleite an. Seine Website nennt eine Hamburger GmbH, eine Handelsregisternummer und einen Geschäftsführer. Sogar ein Gerichtsbeschluss soll die Sicherheit der Zahlung bestätigen.

Doch ausgerechnet die betroffene Gesellschaft widerspricht öffentlich: Die Sandtorkai Treuhand GmbH verkauft keine Insolvenzware und ist kein Insolvenzverwalter.

Die Domain hamburg-treuhand.com steht seit dem 21. September 2026 auf der Warnliste von Watchlist Internet Österreich. Besonders brisant: Hier lässt sich der Verdacht auf Identitätsmissbrauch durch eine ausdrückliche Warnung des betroffenen Unternehmens untermauern.

Der entscheidende Beweis kommt vom betroffenen Unternehmen

Die echte Sandtorkai Treuhand GmbH hat auf ihrer eigenen Internetseite einen ausführlichen Warnhinweis veröffentlicht.

Demnach verwenden unbekannte Dritte seit mindestens Juli 2026 den Firmennamen, die Anschrift, die Handelsregisternummer und den Namen des Geschäftsführers.

Die Gesellschaft nennt hamburg-treuhand.com ausdrücklich als fremde Website.

Ihre einzige autorisierte Internetadresse lautet sandtorkai-treuhand.de.

Am 15. September 2026 erstattete das Unternehmen nach eigenen Angaben Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg.

Für Betroffene ist diese Klarstellung wichtiger als jedes vermeintlich offizielle Dokument der verdächtigen Domain.

Was auf hamburg-treuhand.com zu finden ist

Ich habe versucht, hamburg-treuhand.com direkt aufzurufen. Die unmittelbaren Aufrufe scheiterten an Zeitüberschreitungen.

Allerdings waren zahlreiche Unterseiten über Suchmaschinen abrufbar, darunter Impressum, Kanzleivorstellung, Insolvenzverwaltung und Insolvenzverkauf.

Dort präsentiert sich die Website als „Sandtorkai Treuhand GmbH“ mit der Anschrift Willy-Brandt-Straße 67, 20457 Hamburg.

Genannt werden das Handelsregister HRB 164732 und die Telefonnummer 040 89755013.

Diese Angaben erscheinen auf der gewarnten Domain. Sie dürfen nicht als Bestätigung ihrer Echtheit verstanden werden.

Tim Kristian Bütecke: Ein Name wird zur Vertrauensgrundlage

hamburg-treuhand.com bezeichnet Tim Kristian Bütecke als Geschäftsführer und gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter.

Die echte Sandtorkai Treuhand GmbH bestätigt, dass unbekannte Dritte den Namen ihres Geschäftsführers verwenden.

Sie stellt aber ausdrücklich klar, dass das Unternehmen selbst keine Insolvenzverwaltung betreibt und niemals gerichtlich zum Insolvenzverwalter bestellt wurde.

Tim Kristian Bütecke und die echte Sandtorkai Treuhand GmbH sind daher strikt von den unbekannten Verantwortlichen hinter hamburg-treuhand.com zu unterscheiden.

Die Verwendung seines Namens auf der Fake-Website ist kein Beleg für seine Beteiligung an betrügerischen Geschäften.

Patrick Engel: Die echte Gesellschaft widerspricht ausdrücklich

Die verdächtige Website nennt Patrick Engel als Mitarbeiter für Verwaltung, Sachbearbeitung und die Abwicklung von Insolvenzverkäufen.

Hier gibt es eine besonders klare Gegenprüfung.

Die echte Sandtorkai Treuhand GmbH erklärt öffentlich, dass eine Person namens Patrick Engel bei ihr weder beschäftigt ist noch jemals beschäftigt war.

Auch die auf hamburg-treuhand.com genannte Telefonnummer 040 89755013 gehört laut Unternehmenswarnung nicht zur echten Gesellschaft.

Ich empfehle deshalb ausdrücklich, diese Rufnummer nicht zur vermeintlichen Identitätsprüfung anzurufen.

Neun angebliche Mitarbeiter und ein professioneller Kanzleiauftritt

Die Website stellt weitere Personen vor, darunter Dr. Susanne Klein, Dr. Ralf Schmidt, Jürgen Wagner, Andrea Wolf, Monika Schröder, Frank Schäfer und Katrin Neumann.

Dr. Ralf Schmidt wird als Steuerberater bezeichnet, Monika Schröder als Ansprechpartnerin für Maschinenverkäufe.

Ob diese Personen existieren, die behaupteten Qualifikationen besitzen oder ihre Namen mit Zustimmung verwendet werden, konnte ich nicht unabhängig bestätigen.

Auch bei ihnen ist ein möglicher Identitätsmissbrauch zu berücksichtigen.

Die Darstellung eines vollständigen Teams kann eine Fake-Insolvenzkanzlei besonders glaubwürdig erscheinen lassen.

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Das angeblich sichere Treuhandkonto

hamburg-treuhand.com behauptet, Kaufpreise würden zunächst auf getrennten Treuhandkonten verwahrt.

Erst nach bestätigtem Warenerhalt oder Ablauf einer 14-tägigen Prüfzeit solle das Geld an die Insolvenzmasse weitergeleitet werden.

Das klingt nach Käuferschutz.

Die echte Sandtorkai Treuhand GmbH beschreibt jedoch eine völlig andere Praxis der Täter: Zahlungen sollen auf Konten von Privatpersonen erfolgen.

Mein Rat: Vertrauen Sie niemals allein der Bezeichnung „Treuhandkonto“. Entscheidend sind der tatsächliche Kontoinhaber und die unabhängig bestätigte Zahlungsberechtigung.

Gefälschte Gerichtsbeschlüsse: Das Aktenzeichen ist kein Sicherheitsnachweis

Die echte Sandtorkai Treuhand GmbH berichtet, dass den Rechnungen gefälschte Beschlüsse eines Hamburger Gerichts beigefügt werden.

Dabei taucht unter anderem das angebliche Aktenzeichen 67g IN 237/26 auf.

Der Beschluss soll ein gerichtlich eingerichtetes Treuhandkonto bestätigen.

Nach der ausdrücklichen Erklärung des Unternehmens existiert ein solcher Beschluss nicht.

Ich empfehle, gerichtliche Unterlagen niemals über Kontaktdaten zu überprüfen, die der Verkäufer selbst liefert. Nutzen Sie ausschließlich die amtlichen Kontaktdaten des Insolvenzgerichts.

Fake-Insolvenzverwertung: Fahrzeuge, Solartechnik und Wärmepumpen

Die echte Sandtorkai Treuhand GmbH beschreibt konkrete Warenkategorien, mit denen die Täter werben: Fahrzeuge, Baugeräte, Wärmepumpen, Solartechnik und Elektronik.

Häufig wird ein Mindestbestellwert verlangt.

Auch angeblich besonders günstige Goldbarren, Edelmetalle oder Lagerbestände gehören allgemein zum Repertoire betrügerischer Insolvenzverkäufer.

Ein konkretes Goldangebot über hamburg-treuhand.com konnte ich nicht bestätigen.

Wer solche Angebote erhält, sollte vor jeder Überweisung das Insolvenzverfahren, den gerichtlich bestellten Verwalter und die tatsächliche Verkaufsbefugnis prüfen.

Keine Besichtigung? Ein weiteres deutliches Warnsignal

Nach Angaben der echten Sandtorkai Treuhand GmbH lehnen die Täter Besichtigungen ab.

Stattdessen soll der Kaufvertrag ausschließlich per E-Mail zustande kommen.

Ich rate, sich nicht durch angeblich kurze Verwertungsfristen unter Druck setzen zu lassen.

Bestehen Zweifel an Eigentum, Warenbestand oder Verfügungsbefugnis, sollte der Kauf nicht abgeschlossen werden.

Das gilt insbesondere bei hohen Anzahlungen für Maschinen, Fahrzeuge oder industrielle Lagerbestände.

Meine Handlungsempfehlungen bei hamburg-treuhand.com

Wer eine Nachricht erhalten hat, sollte nicht zahlen, nicht antworten und keine der darin genannten Telefonnummern zurückrufen.

Sichern Sie E-Mails einschließlich vollständiger Kopfzeilen, Rechnungen, Kontoverbindungen, Warenkataloge und angebliche Gerichtsbeschlüsse.

Kontaktieren Sie die echte Sandtorkai Treuhand GmbH ausschließlich über sandtorkai-treuhand.de. Die Gesellschaft nennt dort auch info@sandtorkai-treuhand.de als Kontakt für Betrugshinweise.

Bereits überwiesenes Geld sollte unverzüglich bei der Bank zurückgerufen werden. Zusätzlich empfehle ich eine Strafanzeige.

hamburg-treuhand.com: Kostenfreie Ersteinschätzung für Geschädigte

Ich, Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht, prüfe bei Fake-Insolvenzverwaltern Zahlungswege, Empfängerkonten, Beweismittel und mögliche Schadensersatzansprüche.

Über anlagebetrug.de können Betroffene eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.

Der entscheidende Unterschied lautet: hamburg-treuhand.com ist eine ausdrücklich gewarnte Domain. Die echte Sandtorkai Treuhand GmbH und ihr Geschäftsführer Tim Kristian Bütecke haben sich öffentlich vom Identitätsmissbrauch distanziert. Gerade diese klare Trennung ist für die rechtliche Aufarbeitung unverzichtbar.