osterhagen-partner.com: Fake-Kanzlei unter Verdacht – warum die angebliche Düsseldorfer Insolvenzkanzlei überprüft werden muss
Ein Termin in der Benrather Straße, zwei angebliche Fachanwälte und mehr als 1.400 betreute Insolvenzverfahren: osterhagen-partner.com vermittelt den Eindruck einer erfahrenen Wirtschaftskanzlei. Doch die österreichische Verbraucherplattform Watchlist Internet warnt seit dem 2. Oktober 2026 ausdrücklich vor dieser Domain.
Ich habe osterhagen-partner.com direkt aufgerufen und das Impressum untersucht. Mein Rat: Vertrauen Sie weder den veröffentlichten Lebensläufen noch einer angeblichen Insolvenzverwalterbestellung, bevor die Angaben unabhängig bestätigt sind.
Die Geschichte beginnt mit einer ungewöhnlich perfekten Kanzleipräsentation
osterhagen-partner.com ist erreichbar und leitet auf die Unterseite „/willkommen/“ weiter.
Dort präsentiert sich „Osterhagen & Partner“ als Düsseldorfer Kanzlei für Insolvenzrecht und Sanierung.
Die Website behauptet eine Gründung 1998, den Einstieg einer weiteren Partnerin 2004 und einen Umzug 2012. Angeblich wurden inzwischen mehr als 1.400 Verfahren begleitet.
Hinzu kommen sechs ausführliche Mandantenstimmen und eine behauptete Durchschnittsbewertung von fünf Sternen.
Das sind Selbstauskünfte der gewarnten Website, keine unabhängig bestätigten Kanzleierfolge.
Jens Osterhagen und Barbara Osterhagen: Wer sind die angeblichen Partner?
Als Kanzleipartner werden Jens Osterhagen und Barbara Osterhagen vorgestellt.
Beide sollen Fachanwälte für Insolvenz- und Sanierungsrecht sein. Jens Osterhagen wird der Unternehmenssanierung und Geschäftsführerhaftung zugeordnet, Barbara Osterhagen der Verbraucherinsolvenz und Gläubigervertretung.
Eine unabhängige Bestätigung ihrer behaupteten Tätigkeit für diese Düsseldorfer Partnerschaft konnte ich nicht feststellen.
Ob tatsächlich zugelassene Rechtsanwälte namens Jens Osterhagen oder Barbara Osterhagen existieren und möglicherweise Opfer eines Identitätsmissbrauchs sind, muss gesondert geklärt werden.
Die Warnung vor osterhagen-partner.com ist kein Beweis für ein persönliches Fehlverhalten namensgleicher Berufsträger.
Das Impressum: Benrather Straße 4 und PR PB 1294
Das Impressum bezeichnet den Anbieter als „Osterhagen & Partner Rechtsanwälte PartG mbB“.
Genannt werden die Benrather Straße 4, 40213 Düsseldorf, die Telefonnummer 0211 96294023 und die Umsatzsteuer-ID DE180625112.
Als Registergericht erscheint das Amtsgericht Essen mit der Registernummer PR PB 1294.
Außerdem nennt die Website die Rechtsanwaltskammer Düsseldorf und eine Berufshaftpflichtversicherung bei der Allianz.
Ich empfehle, zunächst das Partnerschaftsregister zu prüfen. Entscheidend ist, ob die behauptete Gesellschaft dort tatsächlich eingetragen ist und wer sie vertreten darf.
Lea Kaufmann: Auch das Sekretariat gehört zur Vertrauensfassade
Die Kontaktseite präsentiert Lea Kaufmann als Ansprechpartnerin für Sekretariat und Terminvergabe.
Hinzu kommen detaillierte Anfahrtsbeschreibungen, Öffnungszeiten und Hinweise zur Barrierefreiheit.
Die Karriereseite wirbt sogar um Rechtsanwälte, Insolvenzsachbearbeiter und wissenschaftliche Mitarbeiter.
Solche Einzelheiten vermitteln einen laufenden Kanzleibetrieb. Ob Lea Kaufmann tatsächlich dort arbeitet oder die behaupteten Kanzleiräume genutzt werden, ist jedoch nicht unabhängig bestätigt.
Ich rate deshalb, die Anschrift und die Telefonnummer nicht allein anhand von osterhagen-partner.com zu beurteilen.
Kostenfreie Ersteinschätzung
Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.
- 1Sie schildern uns Ihren Fall
- 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
- 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
- 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.
Angebliche Fernsehexpertise und eine Erfolgsquote von 92 Prozent
Auf der Startseite erscheinen die Logos von RTL, ZDF und ProSieben unter einem Hinweis auf mediale Expertise.
In der Beschreibung der Restrukturierungsberatung behauptet osterhagen-partner.com außerdem, 92 Prozent der Sanierungsmandate endeten mit einer Betriebsfortführung.
Solche Aussagen können Mandanten erheblich beeinflussen.
Ich empfehle, behauptete Medienauftritte, Auszeichnungen und Erfolgsquoten unabhängig zu überprüfen. Ein eingeblendetes Senderlogo beweist keine tatsächliche Berichterstattung.
Fake-Insolvenzverwalter: Wenn aus Rechtsberatung ein Warenverkauf wird
Besonders gefährlich sind betrügerische Kanzleiwebsites, die angebliche Insolvenzbestände verkaufen.
Die Bundesrechtsanwaltskammer warnt vor falschen Insolvenzverkäufen, fingierten Forderungen und gefälschten Abmahnungen.
Täter verwenden professionelle Kanzleibriefköpfe, vermeintliche Gerichtsbeschlüsse und teilweise Namen tatsächlich existierender Rechtsanwälte.
Ich empfehle, bei Verkaufsangeboten unter dem Namen Osterhagen & Partner zuerst das konkrete Insolvenzverfahren und den bestellten Insolvenzverwalter festzustellen.
Ein betrügerischer Warenverkauf über osterhagen-partner.com ist durch die untersuchten Websiteinhalte allein nicht nachgewiesen.
Goldbarren und günstige Luxusfahrzeuge: Die entscheidende Kontrollfrage
Ein angeblicher Insolvenzverwalter bietet Gold, Fahrzeuge oder Maschinen deutlich unter Marktwert an. Die Begründung lautet häufig: schnelle Verwertung der Insolvenzmasse.
Ich rate, zunächst den tatsächlichen Marktwert zu prüfen.
Anschließend müssen Insolvenzgericht, Aktenzeichen und gerichtliche Bestellung unabhängig bestätigt werden. Nach § 56 InsO erfolgt die Bestellung durch das Insolvenzgericht.
Selbst ein echter Insolvenzverwalterbeschluss beweist nicht, dass der Absender einer Verkaufs-E-Mail tatsächlich berechtigt ist.
Gefälschte Rechtsberatung und Identitätsdiebstahl
Fake-Kanzleien beschränken sich nicht auf Insolvenzverkäufe.
Sie können auch angebliche Erbschaften vermitteln, Kryptowährungsrückzahlungen versprechen oder unberechtigte Abmahnungen versenden.
Dabei werden gelegentlich echte Kanzleinamen und Anwaltsidentitäten missbraucht.
Wer von osterhagen-partner.com kontaktiert wird, sollte deshalb die angebliche anwaltliche Beauftragung unabhängig überprüfen und keine Ausweiskopien an ungeprüfte Ansprechpartner versenden.
Was ich Betroffenen konkret empfehle
Bei Kontakt mit osterhagen-partner.com rate ich:
- Keine ungeprüften Vorschüsse oder Kaufpreise überweisen.
- E-Mails einschließlich vollständiger Absenderinformationen sichern.
- Rechnungen, Verträge und Warenkataloge aufbewahren.
- Jens Osterhagen und Barbara Osterhagen im amtlichen Anwaltsverzeichnis überprüfen.
- Die behauptete Partnerschaft PR PB 1294 kontrollieren.
- Insolvenzverfahren und Verwalterbestellungen unabhängig bestätigen.
- Bereits überwiesenes Geld unverzüglich bei der Bank reklamieren.
- Bei Betrugsverdacht Strafanzeige und mögliche Schadensersatzansprüche prüfen lassen.
osterhagen-partner.com: Kostenfreie Ersteinschätzung bei Betrugsverdacht
Bei nachgewiesener Täuschung können Ansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie aus § 826 BGB infrage kommen.
Ich, Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht, prüfe Zahlungswege, Empfängerkonten, Beweise und rechtliche Handlungsmöglichkeiten.
Über anlagebetrug.de können Betroffene eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.
Dabei unterscheide ich sorgfältig zwischen den Verantwortlichen der gewarnten Domain osterhagen-partner.com und möglicherweise existierenden Rechtsanwälten namens Jens Osterhagen oder Barbara Osterhagen, deren Identität missbraucht worden sein könnte.
