vetter-law.de: Fake-Kanzlei mit auffälligem Impressum – Warnung vor Identitätsmissbrauch und Insolvenzverkaufsbetrug
Eine Anwaltswebsite, die jahrelange Kanzleierfahrung suggeriert, ein Insolvenzrechtsexperte namens Michael Vetter und ein vollständiges Impressum: vetter-law.de präsentierte sich als seriöse Frankfurter Rechtsanwaltskanzlei. Doch hinter der professionellen Fassade stehen erhebliche Zweifel.
Watchlist Internet Österreich führt vetter-law.de seit dem 12. Oktober 2026 auf ihrer Warnliste für betrügerische Anwaltswebsites. Besonders interessant sind die auffälligen Kontaktdaten und eine inzwischen feststellbare Weiterleitung.
vetter-law.de leitet inzwischen zur Rechtsanwaltskammer weiter
Bei meinem direkten Aufruf am 6. November 2026 führte vetter-law.de zur Website der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main.
Das bedeutet keineswegs, dass die Rechtsanwaltskammer den ursprünglichen Internetauftritt betrieben oder bestätigt hat.
Auch das zuvor erreichbare Impressum ist beim aktuellen Direktaufruf nicht mehr eigenständig zugänglich. Seine Inhalte lassen sich jedoch anhand gespeicherter Suchmaschinenfassungen untersuchen.
Ich empfehle Betroffenen, vorhandene Screenshots, E-Mails und Dokumente von vetter-law.de aufzubewahren. Gerade bei veränderten Websites sind ältere Beweise entscheidend.
Michael Vetter: Was das frühere Impressum behauptete
Das gespeicherte Impressum bezeichnete den Anbieter als „Vetter Law – Rechtsanwaltskanzlei Michael Vetter“.
Genannt wurden die Goethestraße 27, 60313 Frankfurt am Main, und Michael Vetter als angeblicher Fachanwalt für Insolvenzrecht.
Außerdem erschien Martin Keller als angestellter Rechtsanwalt.
Die Website beschrieb eine Einzelkanzlei mit Insolvenzrecht, Sanierungsberatung und Arbeitsrecht.
Diese Angaben stammen aus der Selbstdarstellung der gewarnten Domain. Eine unabhängige Bestätigung der behaupteten Kanzleizugehörigkeit liegt mir nicht vor.
Telefonnummer 0000000: Ein besonders auffälliges Detail
Im gespeicherten Impressum standen die Telefonnummer +49 000 0000000, die Faxnummer +49 000 0000001 und die Umsatzsteuer-ID DE000000000.
Solche Platzhalterangaben sind für eine angeblich etablierte Rechtsanwaltskanzlei ausgesprochen ungewöhnlich.
Andere gespeicherte Unterseiten enthielten teilweise abweichende Telefonnummern. Auch deshalb würde ich die tatsächliche Erreichbarkeit nicht aus der Website ableiten.
Mein Rat: Verwenden Sie keine Telefonnummer aus einer verdächtigen Rechnung, sondern überprüfen Sie die Kontaktdaten über unabhängige amtliche Quellen.
Gibt es einen echten Rechtsanwalt Michael Vetter?
Der Name Michael Vetter erscheint auch außerhalb von vetter-law.de.
Die Wirtschaftskanzlei Heuking dokumentiert beispielsweise einen Rechtsanwalt Michael Vetter, LL.M., mit Schwerpunkten im Kartellrecht, Energierecht und Beihilferecht.
Daraus ergibt sich jedoch keine Verbindung zu der angeblichen Frankfurter Insolvenzkanzlei.
Ein namensgleicher Rechtsanwalt darf keinesfalls mit den unbekannten Betreibern von vetter-law.de gleichgesetzt werden.
Ob auf vetter-law.de die Identität eines tatsächlich existierenden Insolvenzrechtlers missbraucht oder eine vollständig erfundene Kanzleipersona verwendet wurde, bleibt ungeklärt.
Kostenfreie Ersteinschätzung
Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.
- 1Sie schildern uns Ihren Fall
- 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
- 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
- 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.
Martin Keller und weitere angebliche Kanzleimitarbeiter
Die gespeicherte Teamseite stellte neben Michael Vetter und Martin Keller auch Daniel Hartmann und Lukas Reinhardt als Rechtsanwaltsfachangestellte vor.
Ob diese Personen tatsächlich für die behauptete Kanzlei tätig waren, konnte ich nicht unabhängig feststellen.
Gerade bei Fake-Anwaltskanzleien dienen Teamprofile dazu, organisatorische Größe und langjährige Berufserfahrung vorzutäuschen.
Ich empfehle, Michael Vetter und Martin Keller im Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis zu überprüfen. Entscheidend sind nicht allein Namen, sondern Kanzleisitz, Zulassung und unabhängig bestätigte Kontaktdaten.
Fake-Insolvenzverwalter verkaufen angebliche Lagerbestände
Der Verband Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands warnte im März 2026 vor kopierten Insolvenzkanzleiwebsites mit manipulierten Kontaktdaten.
Die Betrüger bieten angebliche Insolvenzmasse besonders günstig an und verwenden teilweise sogar das Verbandslogo.
Typische Lockmittel sind hochwertige Fahrzeuge, Baumaschinen und industrielle Lagerbestände.
Ich empfehle, bei Angeboten über vetter-law.de zuerst das Insolvenzgericht, den Schuldner und die behauptete Verwalterbestellung zu überprüfen.
Ein konkreter betrügerischer Warenverkauf über vetter-law.de ist damit noch nicht nachgewiesen.
Goldbarren aus Insolvenzmasse: Warum der Preis misstrauisch machen sollte
Auch Gold und Edelmetalle werden im Namen angeblicher Insolvenzverwalter angeboten.
Der Käufer soll glauben, dass ein Insolvenzverfahren außergewöhnlich niedrige Preise rechtfertigt.
Ich rate, den Goldwert unabhängig zu berechnen und nachzuweisen, dass die Gegenstände tatsächlich zur Insolvenzmasse gehören.
Nach § 56 Abs. 1 InsO bestellt das Insolvenzgericht den Verwalter. Selbst eine echte Bestellung bestätigt aber nicht automatisch die Echtheit einer konkreten Verkaufs-E-Mail.
Fake-Rechtsberatung und angebliche Geldrückholung
Gefälschte Kanzleien beschränken sich nicht auf Warenverkäufe.
Die Rechtsanwaltskammer Frankfurt warnt auch vor falschen Kanzleien, die Betrugsopfern Unterstützung bei der Rückholung verlorener Kryptowährungen versprechen.
Weitere Varianten betreffen fingierte Abmahnungen, angebliche Erbschaften und erfundene Gebührenforderungen.
Bei Kontakten mit vetter-law.de empfehle ich deshalb, weder Vorschüsse zu bezahlen noch Ausweiskopien oder Bankzugänge zu übermitteln.
Was Betroffene sofort unternehmen sollten
Wer mit vetter-law.de Kontakt hatte, sollte:
- Sämtliche Zahlungen sofort einstellen.
- E-Mails einschließlich vollständiger Kopfzeilen sichern.
- Rechnungen, Kaufangebote und Kanzleidokumente aufbewahren.
- Die Weiterleitung zur Rechtsanwaltskammer dokumentieren.
- Michael Vetter und Martin Keller unabhängig überprüfen.
- Angebliche Insolvenzverfahren amtlich kontrollieren.
- Bereits überwiesenes Geld unverzüglich bei der Bank reklamieren.
- Bei übermittelten Ausweisdaten möglichen Identitätsmissbrauch berücksichtigen.
Schadensersatz und kostenfreie Ersteinschätzung
Bei nachgewiesenem Betrug können insbesondere Ansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 StGB sowie § 826 BGB bestehen.
Ich, Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht, prüfe Zahlungswege, mögliche Verantwortliche, Beweismittel und rechtliche Handlungsmöglichkeiten.
Über anlagebetrug.de können Geschädigte eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.
Bei vetter-law.de ist mir die sorgfältige Unterscheidung besonders wichtig: Die Warnung betrifft die verdächtige Domain. Sie ist kein Beweis dafür, dass tatsächlich existierende Rechtsanwälte namens Michael Vetter oder Martin Keller an betrügerischen Handlungen beteiligt waren.
