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und Wirtschaftsrecht
Geld zurück nach Anlagebetrug?

zinsnow.com: Festgeldbetrug mit falschem ING-Luxemburg-Bezug – was Geschädigte jetzt unternehmen können

Veröffentlicht am 15.10.2026 –

Ein Anleger entdeckt ein Festgeldangebot mit 3,4 Prozent Jahreszins und einem zusätzlichen Willkommensbonus. Als angeblicher Bankpartner wird ING in Luxemburg genannt. Das Angebot wirkt greifbar, die Bank ist bekannt, die Laufzeit überschaubar. Doch nach der Überweisung stellt sich möglicherweise heraus, dass das vermeintliche Festgeldkonto überhaupt nicht existiert.

Genau solche Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit ZinsNow (zinsnow.com). Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnte bereits am 31. Oktober 2025 vor dem Internetangebot. Im Mittelpunkt stehen unerlaubt angebotene Tages- und Festgeldanlagen.

Besonders wichtig: Die echte ING Luxembourg S.A. ist nicht die mutmaßliche Betrügerin. Vielmehr wird ihr Name nach den vorliegenden Berichten von Dritten missbräuchlich verwendet, um angeblichen Festgeldanlagen Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Wer bei zinsnow.com Geld angelegt hat, sollte seine Zahlung nicht als sicher verwahrtes Bankguthaben betrachten, solange die tatsächliche Einlage nicht bestätigt ist.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Über anlagebetrug.de können Geschädigte eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.

Der Fall ZinsNow beginnt mit einem auffälligen Zinsangebot

In einer öffentlich dokumentierten Diskussion vom Oktober 2025 schilderte ein Interessent ein Angebot über zwölf Monate Festgeld bei einer angeblichen ING-Bank in Luxemburg: 3,4 Prozent Zinsen und 175 Euro Willkommensbonus.

Diese Angaben sind zunächst ein dokumentierter Erfahrungsbericht, keine behördlich bestätigten Konditionen eines echten ING-Produkts.

Gerade die Kombination ist jedoch aufschlussreich. Ein Bonus erhöht den gefühlten Ertrag, während die bekannte Bankmarke das Risiko klein erscheinen lässt. Der Anleger beschäftigt sich mit der Rendite, bevor die Echtheit des Vertragspartners geklärt ist.

Ich empfehle Betroffenen, bei ZinsNow die ursprüngliche Werbung aufzubewahren. Welche Bank wurde genannt? Welche Rendite wurde versprochen? Gab es einen Bonus, der nur bei schneller Einzahlung gelten sollte?

Solche Details können später helfen, die Täuschung über den tatsächlichen Anlagegegenstand nachzuweisen.

Was die BaFin über zinsnow.com festgestellt hat

Die BaFin veröffentlichte am 31. Oktober 2025 eine Warnung zur Website zinsnow.com. Nach den öffentlich dokumentierten Angaben wurden dort Tages- und Festgeldanlagen ohne die erforderliche Erlaubnis angeboten.

Zudem wurde die Darstellung beanstandet, ZinsNow unterliege einer entsprechenden BaFin-Aufsicht.

Diese Warnung ist mehr als eine negative Internetbewertung. Sie betrifft die aufsichtsrechtliche Berechtigung des Angebots.

Für Anleger folgt daraus eine konkrete Konsequenz: Sie sollten nicht erst bei einer ausbleibenden Auszahlung reagieren. Bereits die behördliche Warnung rechtfertigt eine unabhängige Überprüfung der vermeintlichen Bankeinlage.

Eine solche Warnung ersetzt allerdings nicht den individuellen Nachweis, wer das Geld erhalten und welche Person eine mögliche Täuschung begangen hat.

ING Luxembourg: Der Name einer echten Bank wurde zum vermeintlichen Sicherheitsbeweis

Die ING Luxembourg S.A. ist ein tatsächlich existierendes luxemburgisches Kreditinstitut. Der Name darf nicht mit unbekannten Personen verwechselt werden, die ihn möglicherweise für betrügerische Festgeldangebote verwenden.

Die luxemburgische Finanzaufsicht CSSF warnte bereits im Januar 2024 vor verschiedenen Identitätsmissbrauchsfällen zulasten von ING Luxembourg. Sie stellte ausdrücklich klar, dass die echte Bank mit den dort aufgeführten betrügerischen Aktivitäten nichts zu tun hat.

Diese ältere CSSF-Warnung nennt nicht automatisch ZinsNow als Beteiligten. Sie zeigt aber, dass der Missbrauch der ING-Identität ein behördlich dokumentiertes Problem ist.

Bei zinsnow.com muss deshalb das konkrete Angebot geprüft werden. Die bloße Verwendung des ING-Namens begründet weder eine Geschäftsbeziehung noch eine Haftung der echten Bank.

Der entscheidende Test: Existiert das Festgeldkonto überhaupt?

Ein professionell gestaltetes Festgeldzertifikat ist kein ausreichender Nachweis über eine Bankeinlage.

Ich rate Anlegern, ING Luxembourg über unabhängig ermittelte offizielle Kontaktwege zu fragen, ob ein Festgeldvertrag auf ihren Namen besteht. Geben Sie dabei die behauptete Vertragsnummer an, ohne weitere sensible Daten ungesichert zu versenden.

Prüfen Sie die vollständige Bankbezeichnung

Steht im Vertrag tatsächlich „ING Luxembourg S.A.“ oder eine abweichende, ähnlich klingende Bezeichnung? Unterschiedliche Namen können für die Echtheitsprüfung relevant sein.

Prüfen Sie die angebliche Vermittlungsbeziehung

Fragen Sie zusätzlich, ob ZinsNow als autorisierter Vermittler bekannt ist. Eine Behauptung auf zinsnow.com selbst reicht hierfür nicht aus.

Verlangen Sie eine unabhängige Bestätigung

Eine Antwort aus demselben E-Mail-Verkehr, über den das Festgeld angeboten wurde, ist keine unabhängige Verifikation.

Was Sie jetzt sofort tun sollten

Wenn Sie über zinsnow.com Geld überwiesen haben, empfehle ich diese sieben Maßnahmen:

  1. Informieren Sie sofort Ihre Hausbank. Melden Sie den Verdacht eines Festgeldbetrugs und beantragen Sie einen Überweisungsrückruf. Verlangen Sie eine schriftliche Vorgangsnummer.
  2. Lassen Sie eine Betrugsmeldung weiterleiten. Die Empfängerbank sollte möglichst schnell über den Verdacht informiert werden, damit mögliche Sicherungsmaßnahmen geprüft werden können.
  3. Stoppen Sie sämtliche Nachzahlungen. Überweisen Sie weder angebliche Steuern noch Freischaltungsgebühren oder weitere Anlagebeträge.
  4. Sichern Sie die vollständige Kommunikation. Bewahren Sie E-Mails mit Kopfzeilen, Messenger-Verläufe, Telefonnummern und Vertragsanhänge im Original auf.
  5. Dokumentieren Sie jede Überweisung einzeln. Notieren Sie IBAN, Empfängername, Betrag, Buchungsdatum und Verwendungszweck.
  6. Schützen Sie Ihre persönlichen Daten. Haben Sie Ausweiskopien oder Zugangsdaten übermittelt, prüfen Sie mögliche Missbrauchsrisiken und ändern Sie gefährdete Passwörter.
  7. Bereiten Sie die rechtliche Prüfung vor. Ordnen Sie sämtliche Unterlagen nach Datum und halten Sie fest, welche Zusagen vor welcher Zahlung gemacht wurden.

Bei ZinsNow ist besonders wichtig, den Überweisungsrückruf nicht von einer vorherigen Antwort des vermeintlichen Vermittlers abhängig zu machen.

Kostenfreie Ersteinschätzung

Da Betroffene eines Anlagebetrugs bereits einen empfindlichen Vermögensschaden erlitten haben, bieten wir zunächst eine kostenfreie Ersteinschätzung an. Wir teilen offen und ehrlich mit, was wir in Ihrem Fall für Sie tun können.

  • 1Sie schildern uns Ihren Fall
  • 2Melden Sie sich unverbindlich per Mail, Telefon oder WhatsApp
  • 3Wir prüfen Ihre Erfolgsaussichten
  • 4Sie erhalten eine anwaltliche Rückmeldung zu Ihrem Einzelfall.

Die Empfänger-IBAN: Hier entscheidet sich, gegen wen Ansprüche bestehen könnten

Ein Anleger kann glauben, sein Geld liege bei ING Luxembourg, obwohl die Überweisung tatsächlich auf ein Konto eines völlig anderen Empfängers ging.

Deshalb beginne ich die rechtliche Analyse eines möglichen ZinsNow-Betrugs mit dem Zahlungsbeleg und nicht mit der Zinsberechnung.

Entscheidend sind die tatsächliche Empfängerbank, der Kontoinhaber und mögliche weitere Zahlungsempfänger. Eine erfolgreiche Empfängerüberprüfung oder eine ausländische IBAN beweist für sich genommen keine echte Festgeldanlage.

Bei älteren Zahlungen sollten Betroffene die damals verwendeten Zahlungsangaben sichern. Spätere Änderungen an der Website können den ursprünglichen Sachverhalt sonst verschleiern.

Ich empfehle außerdem, Ihre Bank um Auskunft zum Ergebnis des Überweisungsrückrufs und zu möglichen Nachforschungsmaßnahmen zu bitten. Ein Rückruf garantiert keine Erstattung.

Warum eine Einlagensicherung bei ZinsNow möglicherweise ins Leere läuft

Für bestimmte Einlagen bei luxemburgischen Kreditinstituten besteht grundsätzlich ein gesetzlicher Einlagenschutz bis zu 100.000 Euro pro Einleger und Bank.

Dieser Schutz setzt jedoch voraus, dass tatsächlich eine erstattungsfähige Einlage bei dem betreffenden Kreditinstitut existiert.

Wurde der Name ING Luxembourg bei zinsnow.com lediglich als Täuschungsmittel eingesetzt, entsteht dadurch kein Festgeldanspruch gegen die echte Bank. Ebenso wenig wird eine Zahlung an unbekannte Dritte automatisch durch die luxemburgische Einlagensicherung geschützt.

Ich rate deshalb, angebliche Einlagensicherungsbestätigungen aus dem Vermittlerportal nicht ungeprüft zu akzeptieren.

ZinsNow-Geld zurückholen: Welche Rechtsansprüche konkret zu prüfen sind

Bei nachgewiesenem Betrug können Schadensersatzansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 263 Abs. 1 StGB sowie aus § 826 BGB entstehen. Je nach Zahlungsbeziehung kommen außerdem Ansprüche aus § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB in Betracht.

Allerdings muss für jeden möglichen Anspruchsgegner geprüft werden, welche Voraussetzungen tatsächlich vorliegen. Ein identifizierter Kontoinhaber haftet nicht allein deshalb automatisch für sämtliche Verluste.

Selbst autorisierte oder nicht autorisierte Zahlung?

Hat der Anleger die Überweisung selbst wirksam freigegeben, führt die spätere Erkenntnis eines Betrugs nicht automatisch zu einer Erstattung nach § 675u BGB.

Anders kann die Situation bei einem nicht autorisierten Zahlungsvorgang sein. Wurden Fernwartungsprogramme eingesetzt oder TAN-Freigaben manipuliert, sollten die entsprechenden Vorgänge technisch dokumentiert werden.

Bei ZinsNow ist diese Unterscheidung besonders wichtig, weil sie beeinflusst, welche Ansprüche gegen die eigene Bank überhaupt in Betracht kommen.

Auszahlungsprobleme und der gefährliche zweite Betrugsversuch

Bei echtem Festgeld ist eine vorzeitige Auszahlung häufig ausgeschlossen. Bei ZinsNow besteht jedoch unabhängig von der vereinbarten Laufzeit ein erheblicher Prüfungsbedarf wegen der BaFin-Warnung.

Werden Anleger mit angeblichen Steuerzahlungen oder Gebühren zur Freigabe ihres Guthabens konfrontiert, sollten sie keine weiteren Beträge überweisen.

Auch sogenannte Recovery Scams sind zu beachten: Angebliche Ermittler oder Rückholunternehmen behaupten, verlorene Gelder bereits gefunden zu haben, verlangen jedoch zunächst eine Vorauszahlung.

Ich empfehle, solche Nachrichten zu sichern und die Absender nicht mit weiteren Ausweisdokumenten oder Bankdaten zu versorgen.

Strafanzeige, Verjährung und anwaltliche Prüfung bei zinsnow.com

Eine Strafanzeige wegen Betrugsverdachts kann Ermittlungen unterstützen. Sie ersetzt aber nicht die eigenständige Prüfung zivilrechtlicher Rückforderungsansprüche.

Ich rate Geschädigten, der Anzeige eine nachvollziehbare Zahlungsübersicht, die ursprünglichen Festgeldangebote und die erhaltenen Vertragsunterlagen beizufügen.

Parallel sollten mögliche Ansprüche und Fristen geprüft werden. Die regelmäßige Verjährung beträgt nach deutschem Recht gemäß §§ 195, 199 BGB drei Jahre; der Fristbeginn richtet sich nach den gesetzlichen Voraussetzungen.

Auch die internationale Zuständigkeit und das anwendbare Recht können eine Rolle spielen, wenn Gelder über ausländische Konten geflossen sind.

zinsnow.com: Die BaFin-Warnung ernst nehmen und Zahlungswege aufklären

Bei ZinsNow treffen mehrere gewichtige Warnsignale zusammen: eine behördliche Warnung vom 31. Oktober 2025, öffentlich dokumentierte Zweifel an den Festgeldangeboten und Berichte über die missbräuchliche Verwendung des Namens ING Luxembourg.

Die echte ING Luxembourg S.A. ist ausdrücklich von den mutmaßlichen Festgeldbetrügern zu unterscheiden. Ihre Bankidentität wird nach den vorliegenden Berichten als Vertrauensmittel missbraucht; eine Beteiligung der echten Bank an den verdächtigen Angeboten ist nicht belegt.

Ich bin Rechtsanwalt Martin Wehrmann von WEHRMANN Digital- und Wirtschaftsrecht. Bei der rechtlichen Aufarbeitung prüfe ich den konkreten Sachverhalt, die tatsächlichen Zahlungsempfänger, mögliche Schadensersatz- und Rückforderungsansprüche sowie sinnvolle weitere rechtliche Schritte.

Wenn Sie über zinsnow.com Geld angelegt haben, stellen Sie Ihre Festgeldunterlagen, Zahlungsbelege und die gesamte Kommunikation zusammen. Über anlagebetrug.de können Sie eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern.

Eine Rückzahlung kann nicht garantiert werden. Wer jedoch frühzeitig handelt und den tatsächlichen Geldfluss untersuchen lässt, kann bestehende rechtliche Möglichkeiten gezielter verfolgen.